SSV Heidenau – SV Schneeberg 32:25 (14:9)
Wir finden überhaupt nicht ins Spiel
Wir hatten uns für das Spiel beim Aufsteiger Heidenau einiges vorgenommen. Umso enttäuschender war für uns der Start. Die Rahmenbedingungen in der Halle waren dabei sicherlich ungewohnt: Der Hallenboden war sehr rutschig und gespielt wurde ohne Harz. Gerade deshalb wäre es wichtig gewesen, diese Bedingungen schnell anzunehmen und unser Spiel entsprechend anzupassen. Genau das ist uns aber zu lange nicht gelungen. Wir haderten mit dem Ball, fanden nicht richtig in unseren Rhythmus und leisteten uns wieder viel zu viele Fehlwürfe. Gerade bei den Abschlüssen von außen fehlte uns die nötige Sicherheit und Konsequenz. Dabei waren durchaus gute Chancen vorhanden. Unser erstes Tor fiel erst nach mehr als sieben Minuten. Bis dahin hatten wir bereits mehrere Möglichkeiten liegen gelassen und Heidenau konnte sich früh auf 3:0 absetzen.
Zu wenig Mut, zu viel Ballbewegung
Was uns als Trainerinnen besonders ärgerte, war unser Verhalten im Angriff. Wir bewegten den Ball zwar immer wieder von einer Seite auf die andere, aber viel zu häufig ohne den entscheidenden Schritt in Richtung Tor. Ball weitergeben allein bringt uns nicht weiter. Immer wieder gerieten wir dadurch ins Zeitspiel, weil wir zu lange nach einer Möglichkeit suchten, anstatt selbst Verantwortung zu übernehmen. Der Ball wurde weitergereicht, weitergereicht und weitergereicht – aber irgendwann fehlte uns die Zeit, um einen wirklich guten Abschluss vorzubereiten. Uns fehlte der Mut, selbst die Lücke zu nehmen und den eigenen Zug zum Tor zu suchen. Genau das müssen wir besser machen. Wenn wir eine Chance haben, müssen wir sie auch nehmen.
Wenn die Köpfe nach unten gehen
Dazu kam, dass nach Fehlwürfen und technischen Fehlern unsere Körpersprache wieder deutlich schlechter wurde. Die Köpfe gingen nach unten und wir verloren phasenweise den Glauben an unsere eigenen Aktionen. Dabei waren wir keineswegs chancenlos. Wir kämpften uns zwischenzeitlich von 6:3 auf 7:6 heran und hatten damit gezeigt, dass wir durchaus in der Lage waren, Heidenau vor Probleme zu stellen. Doch anstatt diesen Schwung mitzunehmen, verloren wir erneut unsere Linie und gingen mit einem 9:14-Rückstand in die Halbzeitpause.
Die zweite Halbzeit, zunächst zu wenig Konsequenz
Nach der Pause konnten wir zunächst nicht entscheidend gegenhalten. Heidenau baute den Vorsprung weiter aus und führte zwischenzeitlich mit 24:15. Wir machten es uns dabei selbst schwer. Zu viele Fehlwürfe, zu wenig Konsequenz und immer wieder das bereits bekannte Problem. Dann zeigen wir nach dem zweiten Timeout endlich unser anderes Gesicht. Und dann kam die Phase, auf die wir als Trainerinnen trotz der Niederlage auch stolz sein können.
Die letzten 15 Minuten waren richtig stark
Plötzlich war die Körpersprache eine völlig andere. Wir arbeiteten in der Abwehr mit einer tollen Beinarbeit, verschoben gut und kämpften um jeden Ball. Gleichzeitig hatten wir im Angriff endlich wieder den eigenen Zug zum Tor. Wir haben aufgehört, die Verantwortung weiterzugeben, und angefangen, selbst Verantwortung zu übernehmen. Genau dadurch wurden unsere Aktionen gefährlicher. Diese letzten 15 Minuten haben gezeigt, welches Potenzial in der Mannschaft steckt. Von diesem Zeitpunkt an war deutlich mehr Energie, Mut und Entschlossenheit auf der Platte zu sehen.
Maja, unser großer Rückhalt
Eine ganz besondere Rolle hatte an diesem Tag Maja Wehner. Sie war saustark und hat uns mehrfach den sprichwörtlichen „Arsch gerettet“. Gerade in den Phasen, in denen wir vorne unsere Chancen nicht genutzt haben, war sie zur Stelle und hielt uns mit wichtigen Paraden im Spiel. Auf Maja konnten wir uns verlassen und genau solche Leistungen brauchen wir auch von allen anderen Spielerinnen, wenn es einmal nicht läuft.
Unser Fazit
Am Ende steht eine 25:32-Niederlage. Das Ergebnis ist für uns ärgerlich, weil wir über weite Strecken nicht das gezeigt haben, was eigentlich in uns steckt. Wir müssen lernen, schwierige Rahmenbedingungen schneller anzunehmen. Rutschiger Boden und ein Ball ohne Harz sind Bedingungen, die für beide Mannschaften gelten. Wir dürfen uns davon nicht aus dem Konzept bringen lassen. Noch wichtiger ist aber unser Spiel mit dem Ball: Wir müssen mutiger werden, früher Verantwortung übernehmen und dürfen uns nicht durch endloses Ballweiterspielen selbst ins Zeitspiel bringen.
Die letzten 15 Minuten waren dafür ein sehr gutes Beispiel, wie es funktionieren kann: aggressive Beinarbeit in der Abwehr, Kampf, klare Aktionen und im Angriff endlich der eigene Zug zum Tor.
Genau dieses Gesicht wollen wir beim nächsten Spiel von der ersten Minute an sehen – nicht erst, wenn wir einem großen Rückstand hinterherlaufen.
Ausblick
Gegen Riesa zählt jeder Punkt
Viel Zeit zum Hadern bleibt uns ohnehin nicht, denn das nächste Spiel gegen Riesa wird für uns mit Blick auf den weiteren Saisonverlauf enorm wichtig. Riesa war in der vergangenen Saison noch ein starker Tabellendritter, läuft in dieser Spielzeit aber ebenfalls den eigenen Erwartungen hinterher und hat bislang nur einen Sieg auf der Habenseite. Damit ist die Ausgangslage für uns klar: Mit einem Sieg können wir den Anschluss ans Mittelfeld herstellen, bei einer Niederlage bleiben wir zunächst im unteren Tabellenbereich. Entsprechend wichtig wird es sein, von der ersten Minute an präsent zu sein und die Fehler aus Heidenau nicht zu wiederholen.
Die Vorzeichen stehen trotzdem gut. Wir wissen, dass wir es besser können, und die letzten 15 Minuten in Heidenau haben gezeigt, welche Energie und Qualität in unserer Mannschaft steckt. Jetzt gilt es, diese Leistung nicht erst in der Schlussphase abzurufen, sondern sie über 60 Minuten auf die Platte zu bringen.
Wir haben es selbst in der Hand – und genau das wollen wir gegen Riesa zeigen.















