Zu wenig Druck im Angriff: Unsere B-Jugend unterliegt HC Leipzig II knapp

Stefan

Zu wenig Druck im Angriff: Unsere B-Jugend unterliegt HC Leipzig II knapp

SG Zschorlau/Schneeberg – HC Leipzig II 19:20 (11:11)

Am Sonntag empfingen wir mit dem HC Leipzig II den nächsten anspruchsvollen Gegner in der Silberstrom-Halle. Nach dem Auswärtssieg in Chemnitz hatten wir uns vorgenommen, mit mehr Klarheit, mehr Kontrolle und vor allem mehr Konsequenz in unseren Aktionen aufzutreten. Genau das gelang uns jedoch nur in Ansätzen. Es war insgesamt kein starkes Spiel von uns: zu wenig Druck im Angriff und über weite Strecken nicht die Durchschlagskraft, die es in dieser Liga braucht, um enge Spiele auf die eigene Seite zu ziehen.

1. Halbzeit – schlechter Start, dann zurück in die Partie gearbeitet

Der Beginn verlief alles andere als nach Plan. Leipzig fand deutlich schneller in die Partie, nutzte unsere Unsicherheiten konsequent und setzte sich früh ab. Nach dem 2:2 in der 5. Spielminute gerieten wir über 2:4 in der 10. Minute und 2:6 in der 11. Minute immer weiter ins Hintertreffen, sodass wir bereits bei 2:6 nach 11 Minuten die erste Auszeit nehmen mussten. Kurz darauf stand sogar ein 2:7 auf der Anzeigetafel.

In dieser Phase fehlte uns im Angriff der nötige Zug zum Tor. Wir spielten zu statisch, brachten zu wenig Druck auf die gegnerische Abwehr und fanden kaum saubere Lösungen aus dem gebundenen Spiel. Leipzig war dabei keineswegs fehlerfrei, doch wir konnten diese Phasen nicht entscheidend für uns nutzen, weil wir selbst zu oft ungenau blieben oder Ballgewinne nicht konsequent in einfache Tore ummünzten.

Dass wir uns nach dem schwachen Start überhaupt wieder in die Partie hineinarbeiten konnten, lag auch an Lisa im Tor, die mit einer bärenstarken Leistung mehrfach freie Würfe und klare Abschlüsse entschärfte. Sie gab uns damit überhaupt erst die Möglichkeit, defensiv wieder Stabilität zu gewinnen und den Rückstand Schritt für Schritt zu verkürzen. Aus dem 2:7 machten wir bis zur 15. Minute ein 5:7, blieben über 8:10 in der 19. Minute und 9:11 in der 23. Minute dran und schafften schließlich in der 25. Minute noch den 11:11-Ausgleich zur Pause.

2. Halbzeit – zu wenig Ertrag aus Leipziger Fehlern

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Spiel insgesamt zerfahren. Wir kamen noch einmal ordentlich aus der Kabine, glichen in der 27. Minute zum 12:12 aus und gingen in der 29. Minute per Siebenmeter sogar mit 13:12 in Führung. Genau in dieser Phase wäre mehr möglich gewesen. Doch statt das Spiel klarer in unsere Richtung zu lenken, verloren wir erneut unsere Linie. Leipzig nutzte das und drehte die Partie mit vier Treffern in Serie auf 13:16 bis zur 40. Minute.

Dabei zeigte auch Leipzig immer wieder Fehler im Aufbau und in der Entscheidungsfindung, doch wir schafften es nicht, daraus dauerhaft Kapital zu schlagen. Genau das war einer der Knackpunkte dieser Partie: Der Gegner bot uns durchaus Möglichkeiten, das Spiel an sich zu reißen, aber wir nutzten diese Gelegenheiten nicht konsequent genug. Offensiv fehlte uns weiterhin die nötige Ruhe und Zielstrebigkeit. Wir spielten zu häufig ohne den letzten Druck, trafen in einigen Situationen die falschen Entscheidungen und brachten insgesamt zu wenig Qualität in unsere Angriffsauslösung.

Trotzdem blieben wir im Spiel. Nach dem 14:17 in der 43. Minute verkürzten wir über 15:17 und 16:18 wieder, gerieten beim 16:19 in der 46. Minute aber erneut unter Druck. Auch hier war es wieder unser starker Rückhalt im Tor, der uns die Chance ließ, noch einmal heranzukommen. Über 17:19 in der 46. Minute und 18:19 in der 48. Minute gelang uns in der 49. Minute tatsächlich noch der Ausgleich zum 19:19. Doch nur wenige Sekunden später traf Leipzig zum 19:20 und diesmal fanden wir keine Antwort mehr.

Fazit – mit dieser Fehlerquote reicht es nicht

Unterm Strich war das eine durchwachsene Leistung, bei der wir uns über weite Strecken selbst im Weg standen. Zwar mit guter Defensive, aber zu wenig Druck im Angriff und zu wenig Klarheit in den entscheidenden Situationen gewinnt man in dieser Liga keine engen Spiele. Dass die Partie trotz unserer insgesamt schwachen Angriffsleistung bis zum Ende offen blieb, war vor allem Lisa im Tor zu verdanken. Ohne diesen starken Rückhalt wäre das Spiel vermutlich schon deutlich früher klar in Richtung Leipzig gekippt.

Positiv bleibt, dass die Mannschaft sich auch aus schwierigen Phasen nicht aufgegeben hat. Mehrfach haben wir uns aus Rückständen wieder herangearbeitet – das spricht klar für den Charakter des Teams. Genau diese Momente müssen wir künftig aber konsequenter nutzen und spielerisch sauberer zu Ende bringen. Leipzig war an diesem Tag ebenfalls alles andere als fehlerfrei, doch wir haben es nicht geschafft, diese Schwächen entscheidend zu bestrafen. Und genau darin lag am Ende der Unterschied.

Zwei schöne Momente gab es auf unserer Seite dennoch schon vor dem Anpfiff: Unser Trainer Bernd Groh wurde mit der HVS-Ehrennadel in Gold ausgezeichnet, unser Torwarttrainer Uwe Biegerl erhielt mit dem Ehrenwimpel des HVS die höchste Auszeichnung des Verbandes. Darüber werden wir gesondert noch berichten.

Sportlich bleibt festzuhalten: Leipzig war an diesem Tag schlagbar, wir haben es aber nicht geschafft, die sich bietenden Chancen entscheidend zu nutzen. Glückwunsch nach Leipzig.

Statistik

Nr Name Tore 7m-Tore
1Kothe, Lisa (Tor)
6Jahreiß, Ida
7Zechel, Luisa2
8Moosche, Lotta1
9Moosche, Lene4
10Lorenz, Marleen
13Groh, Venezia20/1
17Fischer, Lilly1
18Rosenau, Finnja
19Hofmann, Mareike61/1
20Borgers, Siri Lucia (Tor)
25Putzker, Naimi3
35Kehrer, Mathilde

Re-Live

🔴solidsport.com/svs

Galerie

Weitere Beiträge