Ungleiche Vorzeichen bei den Frauen

Romy & Carolyn

Ungleiche Vorzeichen bei den Frauen

SV Schneeberg-Rödertal II – 19:32 (11:19)

Am Samstag empfingen wir mit der zweiten Vertretung des HC Rödertal den unangefochtenen Klassenprimus im Erzgebirge. Leichte Hoffnung bestand im Vorfeld, dass es aufgrund des Parallelspiels der ersten Mannschaft zu weniger personeller Unterstützung kommen würde. Diese Hoffnung erfüllte sich leider nicht: Mit Thun, Kastner und Meersteiner standen gleich drei Spielerinnen aus dem Zweitligakader im Aufgebot der Gäste.

Endlich wieder mehr Optionen auf der Bank

Erfreulich war dagegen unsere eigene personelle Situation. Erstmals in dieser Saison konnten wir selbst 15 Spielerinnen auf dem Spielbericht vermerken. Nach ihrer Schwangerschaft stand Marie Mandel wieder zur Verfügung, von der wir uns zusätzliche Mentalität und positive Aggressivität erhoffen. Zudem erhielten wir Unterstützung aus der B-Jugend: Marleen Lorenz und Finnja Rosenau sammelten weiter Frauenluft. Finnja Rosenau konnte bereits in der Vorwoche ihr erstes Frauentor erzielen. Für das Trainerteam bedeutete das endlich mehr Flexibilität und Entlastung.

Starker Beginn trotz Favoritenrolle des Gegners

Trotz Tabellenkonstellation war die Stimmung in der Mannschaft positiv. Nach dem desolaten Auftritt in Dresden wollten die Mädels unbedingt Wiedergutmachung betreiben – und das zeigten sie von Beginn an. Zwar gerieten wir erneut mit 0:1 in Rückstand, fanden aber schnell ins Spiel. Wir agierten zielgerichtet, spielten konsequent bis zum Abschluss und erzielten unsere Tore variabel über Kreis, Außen und Rückraum. Auch defensiv standen wir stabil in einer 6:0-Abwehr. Die ersten zehn Minuten verliefen sehr ordentlich, der Spielstand von 6:6 sprach für sich.

Individuelle Klasse gibt den Ausschlag

Im weiteren Verlauf zeigte sich jedoch die individuelle Qualität des stark besetzten Rödertaler Kaders. Die Ausnahmespielerinnen übernahmen zunehmend Verantwortung und zogen das Spiel an sich. Innerhalb von zehn Minuten setzten sich die Gäste von 6:6 auf 15:9 ab – allein sechs Treffer erzielten dabei die Spielerinnen aus der ersten Mannschaft. Während Rödertal nahezu jede Chance konsequent nutzte, schlichen sich bei uns erste technische Fehler und eine nachlassende Wurfqualität ein. Hinzu kamen ungünstige Zwei-Minuten-Strafen, die uns zusätzlich aus dem Rhythmus brachten. Zur Halbzeit liefen wir so einem deutlichen Rückstand von 11:19 hinterher.

Gute Abwehr, Chancenverwertung bleibt das Manko

Trotz des Rückstands blieben die Köpfe oben. Die Grundhaltung war positiv, wir wussten, dass wir spielerisch gut im Spiel waren. Leider spiegelten die ersten zehn Minuten der zweiten Halbzeit unsere bisherige Saison im Angriff wider. Rödertal stellte eine 5:1-Abwehr auf, dennoch erspielten wir uns gute Torchancen. Die Verwertung jedoch war erneut nicht sachsenligatauglich. Das erste Tor nach der Pause gelang uns erst nach neun Minuten. Positiv hervorzuheben ist die Abwehrarbeit in dieser Phase: Im Verbund mit Torhüterin Maja Wehner hielten wir den Gegner weitgehend vom Tor fern. Rödertal erzielte zwischen der Halbzeit und 43. Minute lediglich drei Treffer (13:23).

Breiter Einsatz und ein besonderes Debüt

Bis zur 50. Minute konnten wir den Rückstand noch einmal etwas verkürzen (17:25). Die Schlussphase nutzten wir bewusst, um durchzuwechseln und allen Spielerinnen Einsatzzeit zu geben. Besonders erfreulich: Marleen Lorenz erzielte ihr erstes Tor im Frauenbereich – ein schöner Moment für sie und das Team.

Fazit Klare Zahlen, aber klare Entwicklung

Das Ergebnis wirkt deutlich. Betrachtet man jedoch den Spielverlauf genauer, wird klar: Von den 32 Treffern Rödertals erzielten 22 Tore Spielerinnen aus der ersten Mannschaft. Das zeigt eine klare Tendenz und macht den Qualitätsunterschied sichtbar. Wir haben insgesamt nicht so viel falsch gemacht. Die individuelle Klasse der Gegnerinnen war ausschlaggebend. Einzig unsere eigene Wurfqualität bleibt klar kritikfähig.

Nach dem schwachen Spiel der Vorwoche war diese Leistung ein wichtiges Signal: Wir wollen in dieser Liga bleiben. Am kommenden Samstag zählt es. Um 16:00 Uhr sind wir bei Plauen-Oberlosa zu Gast. Sie stehen am Tabellenende – und genau dort wollen wir sie auch halten.

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