Vier Talente, zwei starke Teams und ein Sachsenmeistertitel

Stefan

Vier Talente, zwei starke Teams und ein Sachsenmeistertitel

Was für eine Saison für unsere B-Jugend-Talente: Der SSV Lommatzsch krönt sich in der weiblichen B-Jugend Oberliga Sachsen 2025/2026 zum Sachsenmeister. Mittendrin: vier Spielerinnen, die in der abgelaufenen Spielzeit auch für unsere SG Zschorlau/Schneeberg im Einsatz waren. Lisa Kothe im Tor sowie Lotta und Lene Moosche und unser Eigengewächs Naimi Putzker auf der Platte haben eine besondere Saison hinter sich – mit Platz vier in der Mitteldeutschen Regionalliga MHV und nun zusätzlich dem Sachsenmeistertitel mit dem SSV Lommatzsch.

Für alle vier Spielerinnen war es eine Spielzeit mit hoher Belastung, vielen Kilometern, intensiven Spielen und wertvollen Erfahrungen auf zwei starken Leistungsniveaus. Was am Ende bleibt, ist mehr als nur eine starke Tabellenplatzierung. Es ist ein weiterer Beleg dafür, dass gezielte Nachwuchsförderung, Zweitspielrechte und vereinsübergreifende Zusammenarbeit echte Entwicklung ermöglichen können.

Titelentscheidung aus eigener Kraft

Die Ausgangslage vor dem letzten Spieltag war klar: Lommatzsch hatte den Titel in der eigenen Hand. Beim schweren Auswärtsspiel in Görlitz musste noch einmal alles auf die Platte gebracht werden, um die Sachsenmeisterschaft aus eigener Kraft perfekt zu machen.

Und genau das gelang. Nach einer umkämpften ersten Halbzeit, in der Görlitz noch voll dagegenhielt und es zur Pause 15:15 stand, zeigte Lommatzsch im zweiten Durchgang die Qualität, die diese Mannschaft über die gesamte Saison ausgezeichnet hat. Mit Ruhe, Tempo, Konsequenz und der nötigen Abgeklärtheit setzte sich der SSV Schritt für Schritt ab und gewann am Ende verdient mit 27:22.

Damit war klar: Sachsenmeister 2025/2026 – SSV Lommatzsch.

Besonders stark: Der Titel wurde nicht irgendwie geholt, sondern in einem echten Endspiel bestätigt. Görlitz hatte selbst noch Ziele in der Tabelle, kämpfte leidenschaftlich und machte es Lommatzsch alles andere als leicht. Umso höher ist dieser Auswärtssieg zum Abschluss einzuordnen.

Eine Saison mit starker Konstanz

Lommatzsch beendete die Oberliga-Saison mit 28:4 Punkten und stellte mit 407 Toren den stärksten Angriff der Liga. Über die gesamte Runde zeigte die Mannschaft eine beeindruckende Stabilität. Zwar gab es in der Hinrunde zwei Rückschläge, unter anderem die knappe Niederlage gegen Rückmarsdorf, doch gerade die Reaktion darauf machte den späteren Meister aus.

Im Rückspiel gegen Rückmarsdorf setzte Lommatzsch mit dem 29:23 ein echtes Ausrufezeichen. Da beide Teams am Ende punktgleich waren, wurde der direkte Vergleich entscheidend. Die knappe Hinspielniederlage konnte durch den klaren Rückspielerfolg gedreht werden – ein Schlüssel auf dem Weg zur Meisterschaft.

Nach der Niederlage gegen Dresden im November blieb Lommatzsch in der Liga ohne weiteren Punktverlust. Neun Siege in Folge zum Saisonende sprechen eine deutliche Sprache. Diese Serie zeigt, dass der Titel nicht durch einen einzelnen Glücksmoment entstanden ist, sondern durch konstant starke Leistungen über Wochen hinweg.

Auch unsere SG profitiert von dieser Entwicklung

Parallel dazu spielten Lisa, Lene, Lotta und Naimi auch in unserer B-Jugend der SG Zschorlau/Schneeberg eine tragende Rolle. In der ersten Saison unserer SG in der Mitteldeutschen Regionalliga erreichte die Mannschaft einen starken vierten Platz. Für eine Premierensaison auf diesem Niveau ist das ein überragendes Ergebnis.

Mit 17:15 Punkten und vielen engen, intensiven Spielen bewies unsere Mannschaft, dass sie auf mitteldeutscher Ebene konkurrenzfähig ist. Siege gegen Meißen, Leipzig II, Wittenberg, Chemnitz und Zwickau sowie das starke Unentschieden gegen Halle-Neustadt zeigten, dass sich unsere B-Jugend schnell an das höhere Niveau angepasst hat.

Gerade die letzten Saisonwochen unterstrichen diese Entwicklung. Der Heimsieg gegen Wittenberg war ein wichtiger Schritt zur Absicherung von Platz vier, der Auswärtserfolg in Zwickau rundete die Saison anschließend erfolgreich ab. In beiden Spielen waren die Vier erneut wichtige Faktoren: Lisa gab im Tor Sicherheit, während Lene, Lotta und Naimi auf dem Feld Verantwortung übernahmen.

Die Zahlen zeigen die Bedeutung des Quartetts

Ein Blick in die nuLiga-Statistiken zeigt eindrucksvoll, wie groß der Anteil unserer vier Spielerinnen am Lommatzscher Meistertitel war.

Lene Moosche erzielte in der Oberliga Sachsen 71 Tore und landete damit auf Platz acht der Torschützinnenliste. Sie war damit die erfolgreichste Werferin des Trios in der Sachsenliga und überzeugte vor allem durch Konstanz aus dem Feld.

Naimi Putzker kam auf 66 Tore und belegte Platz neun der Torschützinnenliste. Für unser Eigengewächs ist das eine besonders starke Entwicklung. Sie war nicht nur in Lommatzsch ein wichtiger Faktor, sondern auch in unserer SG in der MHV-Saison eine prägende Spielerin.

Lotta Moosche erzielte 64 Tore und belegte damit Platz elf. Ihre besondere Stärke lag zusätzlich im Siebenmeterbereich: Mit 35 verwandelten Siebenmetern war sie die stärkste Siebenmeterschützin der Liga. Insgesamt verwandelte Lommatzsch 46 Siebenmeter – allein 35 davon gingen auf Lottas Konto. Gemeinsam mit Naimi, die fünf Siebenmeter beisteuerte, kamen die beiden auf 40 der 46 erfolgreichen Strafwürfe des Teams.

Zusammen erzielten Lene, Naimi und Lotta 201 der 407 Lommatzscher Saisontore. Damit gingen fast 50 Prozent aller Tore des Sachsenmeisters auf das Konto dieser drei Spielerinnen. Diese Zahl zeigt sehr deutlich, welche sportliche Bedeutung sie für den Titelgewinn hatten.

Lisa Kothe als wichtiger Rückhalt

Bei Lisa Kothe lässt sich die Leistung als Torhüterin nicht über eine einfache Torschützenstatistik abbilden. Genau das macht die Einordnung bei Torhüterinnen oft schwieriger. Paradenquoten oder detaillierte Torwartwerte sind öffentlich nicht in gleicher Form verfügbar wie Tore oder Siebenmeter.

Trotzdem war ihre Rolle klar sichtbar. Lisa war sowohl in Lommatzsch als auch bei unserer SG ein wichtiger Rückhalt. Besonders in den entscheidenden Saisonspielen unserer B-Jugend wurde ihre überragende Leistung mehrfach deutlich. Sie gab der Mannschaft Sicherheit, stabilisierte die Abwehr von hinten und war in engen Phasen immer ein wichtiger Faktor.

Gerade auf diesem Niveau ist ein verlässliches Torhüterspiel enorm wichtig. Lisa hat in dieser Saison gezeigt, dass sie diese Verantwortung annehmen kann – Respekt für diese starken Leistungen.

Doppelte Belastung, doppelte Entwicklung

Bemerkenswert ist auch die Gesamtbelastung der Spielerinnen. Lisa, Lene, Lotta und Naimi kamen wettbewerbsübergreifend jeweils auf 32 Spiele. Das bedeutet nicht nur viele Einsätze, sondern auch dauerhaft hohe Anforderungen: Training, Reisen, unterschiedliche Spielsysteme, verschiedene Gegner und immer wieder die Aufgabe, in entscheidenden Momenten Leistung zu bringen.

Naimi erzielte wettbewerbsübergreifend 127 Tore, Lene kam auf 110 Treffer und Lotta auf 99 Tore. Diese Zahlen zeigen, dass alle drei nicht nur in einer Mannschaft auffällig waren, sondern in beiden Wettbewerben Verantwortung übernommen haben.

Für die Entwicklung junger Spielerinnen ist genau das wertvoll: viele Spiele, starke Gegner, unterschiedliche Rollen und echte Drucksituationen. Der Sachsenmeistertitel mit Lommatzsch und Platz vier mit unserer SG sind deshalb nicht nur Erfolge auf dem Papier, sondern auch wichtige Schritte in der sportlichen Entwicklung.

Ein starkes Signal für unsere Nachwuchsarbeit

Aus Sicht der SG Zschorlau/Schneeberg ist dieser Erfolg ein starkes Signal. Zweitspielrechte und Kooperationen sind kein Selbstzweck. Sie sollen Talenten zusätzliche Entwicklungsmöglichkeiten geben, sie fordern und fördern. Genau das ist in dieser Saison gelungen.

Lene, Lotta und Lisa kamen aus Lommatzsch in unser Umfeld, Naimi ging als Eigengewächs den umgekehrten Weg zusätzlich nach Lommatzsch. Am Ende profitieren alle Seiten: die Spielerinnen, beide Vereine und vor allem die sportliche Entwicklung der Mädchen.

Der vierte Platz unserer SG in der Mitteldeutschen Regionalliga und der Sachsenmeistertitel des SSV Lommatzsch zeigen, dass dieser Weg funktioniert. Er verlangt viel Organisation, Vertrauen und Engagement – von Spielerinnen, Trainerteams, Eltern und Vereinen. Doch diese Saison hat eindrucksvoll gezeigt, dass sich dieser Aufwand lohnt.

Herzlichen Glückwunsch

Wir gratulieren dem SSV Lommatzsch herzlich zur Sachsenmeisterschaft in der weiblichen B-Jugend Oberliga Sachsen 2025/2026.

Ein besonderer Glückwunsch geht an Lisa Kothe, Lene Moosche, Lotta Moosche und Naimi Putzker. Ihr habt eine herausragende Saison gespielt, in zwei starken Wettbewerben Verantwortung übernommen und gezeigt, was mit Einsatz, Talent und Teamgeist möglich ist.

Für unsere SG Zschorlau/Schneeberg ist dieser Erfolg auch ein Grund zur Freude und zum Stolz. Vier Spielerinnen, die bei uns in der MHV-Saison wichtige Rollen gespielt haben, feiern gemeinsam mit Lommatzsch die Sachsenmeisterschaft. Das ist Nachwuchsförderung, wie sie sein soll: mutig, leistungsorientiert, verbindend und erfolgreich.

Glückwunsch zum Sachsenmeistertitel – und Respekt für eine starke Saison!

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