Abstiegskracher geht diesmal an Plauen-Oberlosa

Romy und Carolyn

Abstiegskracher geht diesmal an Plauen-Oberlosa

Plauen-Oberlosa – SVS 37:35 (22:20)

Am Samstag kam es in der Kurt-Helbig-Halle in Plauen zum direkten Duell im Tabellenkeller. Tabellenletzter gegen Tabellenvorletzter – ein echtes Abstiegsendspiel. Der Sieger würde wichtiges Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben sammeln. Unsere Bank sah dabei gar nicht so schlecht aus: Mit vier Wechselspielerinnen hatten wir zumindest etwas Luft zum Rotieren.

Guter Angriff, schwacher Start

Schon in der Anfangsphase wurde jedoch ein altbekanntes Problem sichtbar. Wir erarbeiteten uns sehr gute Wurfsituationen über die Außen, scheiterten aber erneut an uns selbst, da wir häufig zu früh und überhastet abschlossen. Trotz dieses holprigen Starts fanden wir zunehmend besser ins Spiel. Im Angriff agierten wir agil und sehr dynamisch. Sowohl Linda Leonhardt als auch Celine Kister stießen immer wieder erfolgreich in die Lücken, erzielten Tore oder holten Siebenmeter heraus. Auch das Abräumen und das Spiel über die Außen funktionierte gut. Es entwickelte sich ein schnelles, attraktives Spiel, in dem bis zur 11. Minute völlige Ausgeglichenheit herrschte (9:9).

Kurze Führung – verpasste Chance

In der Folge gelang es uns erstmals, defensiv etwas mehr Zugriff zu bekommen. Maja Wehner parierte zwei wichtige Bälle, und wir konnten uns leicht absetzen (10:12, 11:13). In dieser Phase waren wir die bessere Mannschaft und hatten das Spiel im Griff. Leider verpassten wir es, diesen Vorteil weiter auszubauen. Durch eine inkonsequente Abwehrarbeit kam Plauen wieder heran. Kurz vor der Halbzeit folgte dann der erste Knackpunkt der Partie: Beim Stand von 20:20 erhielt Linda Leonhardt eine Zwei-Minuten-Strafe. Die verbleibenden zwei Minuten bis zur Pause offenbarten unser Dilemma. Ohne eine klare Führung auf dem Feld unterliefen uns im Angriff Fehler, und Plauen kam durch einfache Tore begünstigt durch fehlenden Rückzug, zu einem Zwei-Tore-Vorsprung. Mit diesem Rückstand gingen wir in die Kabine, begleitet von einem unguten Gefühl, das uns bis zum Spielende nicht mehr verließ.

Rückstand als ständiger Begleiter

In der zweiten Halbzeit liefen wir dem Rückstand dauerhaft hinterher. Unsere Abwehr war weiterhin nicht in der Lage, entscheidende Stoppfouls zu setzen. Auch im Tor fanden wir an diesem Tag keinen Zugriff. Der zweite Knackpunkt folgte in der 40. Minute: Die stark aufspielende Celine Kister kassierte ihre dritte Zwei-Minuten-Strafe und musste das Feld verlassen. Zu diesem Zeitpunkt lagen wir weiterhin mit drei Toren zurück (28:25). In der Folge kassierten wir drei weitere Treffer, und Plauen setzte sich bis zur 46. Minute vorentscheidend auf 31:25 ab.

Starkes Finish reicht nicht mehr ganz

Positiv hervorzuheben ist, dass wir uns trotz dieses Rückschlags nicht aufgaben. Körperlich und konditionell waren wir überlegen. Plauen-Oberlosa erzielte in der Schlussphase nur noch sechs Tore, während wir uns Tor um Tor heranarbeiteten. Zwei Minuten vor dem Ende waren wir wieder bis auf ein Tor dran (36:35). Doch Plauen spielte die letzten Angriffe clever herunter, sodass es am Ende bei genau dem Zwei-Tore-Rückstand blieb, den wir uns bereits in der ersten Halbzeit eingehandelt hatten.

Fazit: Angriff top – Abwehr und Torhüterduell entscheidend

Jede Woche tut sich eine neue Baustelle auf. Dieses Mal waren wir im Angriff sehr kreativ und zielstrebig – 35 Auswärtstore sprechen für sich. Dafür waren wir defensiv nicht bereit, den letzten Schritt zu gehen und konsequente Stoppfouls zu setzen. Ein Blick auf die Statistik zeigt dennoch: Wir verlieren dieses Spiel auch im Angriff, da Plauen das Torhüterduell klar für sich entscheidet. Maja Wehner kam lediglich auf vier Paraden – wobei klar ist, dass dies immer ein Zusammenspiel mit der Abwehr ist und nicht allein der Torhüterin angelastet werden darf.
Deutlich wurde erneut, wie wichtig Linda Leonhardt als Führungsspielerin auf dem Feld ist. Sie wurde phasenweise von Celine Kister unterstützt, die endlich ihre Dynamik voll einbringen konnte. Justine Ach überzeugte mit ihrem strategischen Spielverständnis, lenkte den Angriff und blieb vom Siebenmeterpunkt eiskalt: 13 Versuche, 13 Treffer – eine herausragende Quote.
Trotz der Niederlage und des Abrutschens auf den letzten Tabellenplatz bleibt ein kleiner Trost: Den direkten Vergleich gegen Plauen haben wir gewonnen. Darauf gilt es nun aufzubauen.

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