Großer Kampf – aber der Lohn bleibt aus

Romy

Großer Kampf – aber der Lohn bleibt aus

SV Schneeberg- HSV Marienberg 31:31

Nach dem erfolgreichen Pokalwochenende und dem Einzug ins Viertelfinale stand für unsere Mannschaft das Erzgebirgsderby gegen den HSV Marienberg auf dem Programm. Der Gegner war als Favorit angereist, lag tabellarisch einige Plätze vor uns und hatte trotz zuletzt schwankender Ergebnisse eine tiefe Bank im Rücken. Wir dagegen mussten erneut mit enormen Personalsorgen in die Partie gehen – sieben Feldspielerinnen fehlten, sodass das Trainerteam Romy Kolbe und Carolyn Küchler sich erneut selbst ins Spielprotokoll eintragen mussten. Für Unterstützung im Tor stellte sich zudem Annett Keßler aus ihrer „Handballrente“ zur Verfügung. Umso erfreulicher war das Comeback von Melanie Martin, die nur wenige Wochen nach der Geburt ihres zweiten Kindes wieder spielfähig war und eine wichtige Rolle übernehmen sollte.

Ausgeglichenes Duell in Halbzeit eins

Trotz aller Widrigkeiten gelang uns ein konzentrierter Start. In der Offensive mussten wir kreativ werden, da die massive Marienberger Abwehr schwer in Bewegung zu bringen war. Denise Meyer arbeitete engagiert auf der ungewohnten Kreisposition, während im Rückraum Lisa Görner, Linda Leonhardt und Celine Kister gemeinsam mit den Außen Nele Peter und Justine Ach immer wieder Kleingruppenaktionen initiierten. Wir ließen den Gegner nicht davonziehen und spielten diszipliniert: Über 6:3 (9.) und 8:8 (20.) erkämpften wir uns eine verdiente 14:13-Halbzeitführung. Besonders die Abwehr überzeugte im Zusammenspiel mit Torhüterin Maja Wehner. Einziger Kritikpunkt: die Chancenverwertung – viele Würfe kamen unter Gegnerkontakt aber ohne Pfiff der Schiedsrichterinnen.

Starker Beginn nach der Pause – Führung wächst auf fünf Tore

Mit Beginn der zweiten Halbzeit brachten wir Melanie Martin in der Abwehr. Trotz langer Pause lieferte sie eine herausragende Defensivleistung und gab unserem Spiel zusätzliche Stabilität. Im Angriff zogen wir das Spiel breiter auf und banden unsere Außen besser ein, allen voran Rechtsaußen Justine Ach, die mehrfach sehenswert abschloss. Innerhalb von fünf Minuten setzten wir uns auf 20:15 ab. Doch dann folgte ein Rückschlag: Nach einem Zweikampf konnte unsere Kapitänin nicht mehr voll mitwirken. Dennoch hielten wir die Führung zunächst bis zur 42. Minute (24:20).

Marienberg schlägt zurück – Schlussphase wird zum Krimi

Der HSV nutzte nun seine breite Bank, wechselte konsequent durch und brachte frische Kräfte. Unsere Abwehr bekam wieder mehr Druck, der Vorsprung schmolz. In der 52. Minute stand es nur noch 27:26. Zum Glück blieb Linda Leonhardt vom Siebenmeterpunkt eiskalt, sodass wir erneut auf zwei Tore davonzogen. Nach der Marienberger Auszeit erzielten wir in der 55. Minute durch Justine Ach das vermeintlich beruhigende 30:27. Doch in den letzten Minuten verließ uns das Spielglück. Der Gegner traf mit einer Einwechslung ins Schwarze, während wir im Angriff nicht mehr konsequent genug agierten. Beim Stand von 31:30 nahmen wir in der 59:42-Minute die letzte Auszeit. Der Plan: mutig bleiben, zum Tor ziehen, den Ball nicht früh hergeben. Doch der Angriff lief anders als gewollt – wir verloren das Spielgerät zu schnell. Marienberg nutzte die Chance und traf per Gegenstoß zum umjubelten 31:31-Ausgleich.

Fazit von Trainerin Romy Kolbe

„Vor dem Spiel hätte ich den Punkt sofort unterschrieben. Nach dem Spiel fühlt er sich wie ein verlorener an. Wir waren spielerisch und kämpferisch heute die bessere Mannschaft. Doch am Ende hat sich die lange Bank des Gegners bemerkbar gemacht. Fünf unserer Spielerinnen mussten durchspielen – das hat uns in der Schlussphase mental Kraft gekostet. Trotzdem nehmen wir den Punkt beim favorisierten Gegner mit und können stolz auf unsere Leistung sein.“

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