SV Schneeberg kämpft sich zum Pokalsieg – 31:25 in Grüna

Caro & Romy

SV Schneeberg kämpft sich zum Pokalsieg – 31:25 in Grüna

Große Verunsicherung zu Beginn Ein Fehlstart, der uns nicht aus der Bahn werfen durfte

Nach der enttäuschenden Niederlage gegen Riesa wollten wir im Pokal beim Verbandsligisten Grüna ein anderes Gesicht zeigen. Doch die vergangenen Wochen hatten Spuren hinterlassen. Die Verunsicherung war zu Beginn deutlich spürbar, die Leichtigkeit fehlte und die Angst, erneut nicht das eigene Leistungsvermögen abzurufen, schien in manchen Köpfen noch präsent zu sein. Grüna nutzte unsere Unsicherheit konsequent aus und legte direkt mit 4:0 vor. Ein Start, den wir uns ganz anders vorgestellt hatten. Vor allem im Angriff machten wir uns das Leben selbst schwer: freie Würfe fanden nicht den Weg ins Tor, von außen ließen wir zu viele Möglichkeiten liegen und auch bei den Siebenmetern fehlte uns die nötige Konsequenz. Wieder einmal standen wir uns damit selbst im Weg.

Maja Wehner hält uns im Spiel

Dass wir trotz des schwierigen Starts nicht frühzeitig den Anschluss verloren, lag vor allem an Maja Wehner im Tor. Mit einer überzeugenden Leistung hielt sie uns in der ersten Halbzeit im Spiel und gab der Mannschaft den Rückhalt, den sie in dieser Phase dringend benötigte. Während wir vorne zu viele Möglichkeiten liegen ließen, war Maja zur Stelle und verhinderte, dass der Rückstand noch größer wurde. Mit zunehmender Spielzeit gelang es uns, uns aus der anfänglichen Verunsicherung herauszuarbeiten. Wir fanden im Angriff bessere Lösungen und kämpften uns Tor um Tor zurück. Aus dem 0:4 wurde ein 5:5, anschließend entwickelte sich eine offene Partie. Trotz weiterer ausgelassener Möglichkeiten gingen wir mit einem 13:13 in die Halbzeitpause.

Finnja Rosenau setzt ihre Stärken konsequent ein

Ein wichtiger Faktor in unserem Angriffsspiel war Finnja Rosenau. Sie setzte ihre Stärken im Eins-gegen-eins gut ein, suchte konsequent die direkten Duelle und stellte die gegnerische Abwehr damit immer wieder vor Probleme. Durch ihre Durchbrüche holte sie zahlreiche Siebenmeter heraus und verschaffte uns wichtige Möglichkeiten, zu Toren zu kommen. Genau diese Entschlossenheit brauchen wir in unserem Angriffsspiel: Situationen erkennen, die eigenen Stärken einsetzen und konsequent zum Abschluss kommen. Finnja hat gezeigt, wie wir durch individuelle Qualität und Mut zum direkten Duell Druck auf die gegnerische Abwehr ausüben können.

Abwehrumstellung bringt die Wende

Für die zweite Halbzeit stellten wir unsere Abwehr um. Damit wollten wir Grüna vor neue Aufgaben stellen und mehr Zugriff auf das Angriffsspiel bekommen. Die Umstellung zeigte Wirkung: Die Gastgeberinnen leisteten sich zunehmend Fehler, die wir besser für uns nutzen konnten. Wir kamen immer besser in die Partie, nutzten die gegnerischen Fehler konsequenter und konnten uns zwischenzeitlich auf 18:14 absetzen. Damit hatten wir das Spiel gedreht und uns einen Vorsprung erarbeitet. In dieser Phase zeigte sich, was möglich ist, wenn wir defensiv geschlossen arbeiten und vorne unsere Chancen nutzen. Auch im Angriff konnten wir uns steigern. Besonders positiv war, dass sich jede Spielerin in die Torschützenliste eintragen konnte. Das ist nicht nur für die Breite unseres Angriffsspiels wichtig, sondern vor allem auch für die Köpfe. Jede Spielerin konnte Erfolgserlebnisse sammeln und ihren Teil zum Sieg beitragen. Gerade nach den vergangenen Wochen sind solche positiven Momente wichtig, um wieder Selbstvertrauen zu gewinnen und als Mannschaft enger zusammenzurücken. Trotzdem haben wir auch in der zweiten Halbzeit noch Potenzial liegen lassen. Gerade im Tempospiel müssen wir konsequenter werden. Wenn der Gegner nach einem Ballgewinn oder Fehlwurf noch nicht geordnet steht, müssen wir schneller umschalten und die erste und zweite Welle konsequenter ausspielen. Statt das Tempo zu verschleppen und dem Gegner Zeit zu geben, sich in der Abwehr zu sortieren, müssen wir diese Situationen viel entschlossener nutzen. Daran werden wir weiterarbeiten müssen. Grüna gab sich jedoch nicht geschlagen und versuchte, den Anschluss wiederherzustellen. Wir hielten dagegen, fanden im Angriff weiterhin Lösungen und ließen uns den Sieg nicht mehr nehmen. Am Ende stand ein verdienter 31:25-Pokalsieg beim Verbandsligisten.

Ein Zeichen für den Zusammenhalt

Ein besonderes Zeichen setzten Celine Kister und Nele Peter. Beide machten sich extra auf den Weg vom Schiedsrichtercamp in Radebeul nach Grüna, um die Mannschaft im Pokalspiel zu unterstützen. Das ist alles andere als selbstverständlich und zeigt, dass der Wille da ist, gemeinsam etwas zu bewegen. Gerade in einer Phase, in der wir als Mannschaft endlich den Bock umstoßen und der Saison eine andere Richtung geben wollen, sind solche Gesten enorm wichtig. Sie zeigen, dass es nicht nur um die Leistung auf dem Spielfeld geht, sondern auch um Zusammenhalt, gegenseitige Unterstützung und die Bereitschaft, füreinander da zu sein. Genau diesen Teamgeist brauchen wir, um aus der schwierigen Phase herauszukommen.

Gute Besserung an die verletzte Spielerin

Leider wurde das Pokalspiel von einer Verletzung überschattet. Eine Spielerin aus Grüna verletzte sich offenbar ohne Fremdeinwirkung am Knie und möglicherweise schwerer. Auch wenn wir auf dem Spielfeld Gegnerinnen waren, steht die Gesundheit immer an erster Stelle.

Wir wünschen der verletzten Spielerin von Herzen alles Gute, eine schnelle und möglichst vollständige Genesung sowie viel Kraft für die kommende Zeit. Wir hoffen sehr, dass sich die Verletzung nicht als so schwerwiegend herausstellt wie zunächst befürchtet.

Die richtigen Lehren aus dem Pokalspiel ziehen

Der Sieg in Grüna zeigt, dass wir uns auch nach einem schwierigen Start zurückkämpfen und ein Spiel drehen können. Maja Wehner gab uns in der ersten Halbzeit wichtigen Rückhalt, Finnja Rosenau setzte ihre Stärken im Eins-gegen-eins gewinnbringend ein und die Abwehrumstellung brachte in der zweiten Halbzeit die nötige Stabilität. Dass sich jede Spielerin in die Torschützenliste eintragen konnte, war ein zusätzliches Erfolgserlebnis, das uns hoffentlich auch für die kommenden Aufgaben Selbstvertrauen gibt.

Gleichzeitig bleiben unsere Baustellen bestehen. Zu viele freie Würfe, Fehlwürfe von außen und vergebene Siebenmeter machen uns das Leben unnötig schwer. Außerdem müssen wir nach Ballgewinnen schneller umschalten und die erste und zweite Welle besser nutzen, solange der Gegner noch ungeordnet ist. Hier müssen wir konsequenter und zielstrebiger werden.

Wir nehmen den Pokalsieg mit, wissen aber auch, dass ein Erfolg allein nicht über alle Baustellen hinwegtäuschen darf. Die positiven Ansätze und die gemeinsamen Erfolgserlebnisse müssen wir jetzt nutzen, um wieder mehr Selbstvertrauen aufzubauen und als Mannschaft zusammenzuwachsen. Der Einsatz von Celine und Nele, die Leistung von Maja und die Entschlossenheit, uns nach dem Fehlstart zurückzukämpfen, sind positive Zeichen. Jetzt müssen wir diese Energie mit in die kommenden Aufgaben nehmen und gemeinsam daran arbeiten, den Bock in dieser Saison endlich umzustoßen.

Vielen Dank an HV Grüna für die Fotos vom Spiel.

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