Frauen – Spielerisch überzeugt – aber wir belohnen uns wieder nicht

Romy & Carolyn

Frauen – Spielerisch überzeugt – aber wir belohnen uns wieder nicht

Marienberg 33:26

Nach dem Saisonauftakt wollten wir in Marienberg unbedingt eine Reaktion zeigen. Und spielerisch war sie da. Wir haben uns deutlich besser präsentiert, mutiger agiert und über weite Strecken genau den Handball gezeigt, den wir uns vorstellen. Umso bitterer ist es, dass am Ende erneut eine 33:26-Niederlage auf der Anzeigetafel steht.

Wir bleiben dran

Marienberg erwischte den besseren Start und ging schnell mit 2:0 in Führung. Doch wir haben uns davon nicht beeindrucken lassen. Wir kämpften uns Tor um Tor zurück, glichen beim 5:5 aus und blieben bis zum 9:9 auf Augenhöhe. Beim 13:11 war weiterhin alles drin. Dann verloren wir kurz vor der Pause den Faden und mussten noch vier Gegentreffer hinnehmen. Mit 17:13 ging es in die Kabine. Vier Tore Rückstand – ärgerlich, aber keineswegs uneinholbar.

Nach der Pause fehlt uns die Konsequenz

Doch genau diese Konsequenz fehlte uns nach dem Seitenwechsel. Marienberg setzte sich schnell weiter ab, und plötzlich stand es 23:15. Vor allem unser Umschaltspiel war in dieser Phase teilweise katastrophal. Nach Ballgewinnen fehlte uns die Klarheit, in der Rückwärtsbewegung waren wir zu langsam und wir machten es dem Gegner damit viel zu einfach. Auch unsere Überzahlsituationen konnten wir nicht nutzen. Wir bekommen die Möglichkeit, den Rückstand zu verkürzen – und schaffen es nicht, daraus Kapital zu schlagen. Genau das ist momentan unser großes Thema: Wir erarbeiten uns Dinge, aber wir belohnen uns einfach viel zu selten dafür.

Wir geben uns nicht auf

Trotz des deutlichen Rückstands haben wir weitergekämpft. Und genau das zeichnet die Mannschaft aus. Nach dem 26:16 kamen wir wieder zurück, verkürzten über 26:19 und 26:20 bis auf 27:22. Plötzlich war wieder Energie auf der Platte, wir machten Druck und zeigten, dass wir dieses Spiel nicht einfach herschenken wollten. Doch die Aufholjagd kam zu spät. Marienberg ließ sich den Vorsprung nicht mehr nehmen.

Chancen sind da, wir müssen sie nur nutzen

Beim Abschluss gab es im Vergleich zum Spiel gegen Bischofswerda immerhin eine leichte Verbesserung. 15 Fehlwürfe sind zwar weniger als zuletzt, aber immer noch deutlich zu viel. Besonders weh tun die sieben verworfenen Siebenmeter. Denn genau das macht die Niederlage so ärgerlich: Wir spielen uns Chancen heraus. Wir investieren. Wir kämpfen. Wir kommen immer wieder zurück. Und dann stehen wir uns beim Abschluss selbst im Weg. Wir belohnen uns einfach noch viel zu wenig für das, was wir spielerisch auf die Platte bringen.

Ein Lichtblick

Ein echter Lichtblick war für uns einmal mehr Finnja Rosenau. Mit ihren gerade einmal 17 Jahren wird sie von Spiel zu Spiel mutiger. Wir merken, wie sie immer mehr Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten entwickelt, in die Lücken geht und sich auch in schwierigen Situationen etwas zutraut. Genau das wollen wir von ihr sehen. Finnja macht gerade einen tollen Schritt nach vorn. Dabei tut ihr auch die Unterstützung von Celine Kister (20) und Justine Ach (21) gut. Beide zeigten spielerisch ebenfalls eine starke Leistung und geben Finnja auf dem Feld die Sicherheit, die eine junge Spielerin braucht. Es macht uns als Trainerduo stolz zu sehen, wie unsere jungen Spielerinnen Verantwortung übernehmen und sich gegenseitig pushen. Genau solche Momente geben einer jungen Spielerin den Glauben daran, dass sie auf diesem Niveau bestehen kann.

Noch fehlt der letzte Schritt

Am Ende steht ein 33:26, das sich angesichts unserer spielerischen Entwicklung besonders bitter anfühlt. Wir haben gezeigt, dass wir Handball spielen können. Wir haben gezeigt, dass wir uns gegen einen solchen Gegner zurück kämpfen können. Aber wir müssen anfangen, uns dafür auch zu belohnen.

Weniger Fehlwürfe. Mehr Konsequenz. Besseres Umschaltspiel. Überzahl endlich nutzen.

Die Entwicklung ist da – jetzt müssen wir den nächsten Schritt machen und aus unseren guten Phasen auch etwas Zählbares mitnehmen.

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