Regionalliga weibliche B-Jugend · 2. Spieltag
SG Zschorlau/Schneeberg – HSV Magdeburg · Sonntag, 20.09.2026 · 16:00 Uhr · Silberstrom-Halle Schneeberg
Schon vor dem zweiten Punktspiel der neuen Regionalliga-Saison war klar, dass mit dem HSV Magdeburg ein richtig harter Brocken in die Silberstrom-Halle kommen würde. In der vergangenen Saison noch in der Jugendbundesliga aktiv, verpassten die Magdeburgerinnen die erneute Qualifikation diesmal nur knapp. Auch unsere SG kannte die Qualität des Gegners bereits aus der Vorbereitung: Beim Börde-Cup hatten wir das Halbfinale gegen den HSV knapp verloren.
Entsprechend groß war der Respekt – gleichzeitig aber auch der Wille, es diesmal besser zu machen und nach dem Auftaktsieg in Großröhrsdorf die nächsten Punkte einzufahren. Doch auch Magdeburg kam hochkonzentriert nach Schneeberg und zeigte von Beginn an, welche Qualität in dieser Mannschaft steckt.
2. Spieltag
Heimspiel
Halbzeit
9 : 17
Endstand
SG 23 : 31 HSV
1. Halbzeit – kurz auf Augenhöhe, dann zieht Magdeburg davon
Der HSV erwischte den besseren Start und ging bereits nach wenigen Sekunden in Führung. Unsere SG ließ sich davon zunächst nicht beeindrucken. Lotta glich zum 1:1 aus, Naimi verkürzte wenig später auf 2:3 und mit zwei schnellen Treffern von Lotta gelang nach knapp sechs Minuten sogar der 4:4-Ausgleich.
Bis hierhin war die Partie vollkommen offen. Dann zeigte Magdeburg jedoch, wie schnell eine Mannschaft dieser Qualität kleine Fehler bestrafen kann. Die Gäste spielten nun mit deutlich mehr Tempo und Zielstrebigkeit, während unsere SG im Angriff zunehmend den Faden verlor. Aus dem 4:4 wurde innerhalb weniger Minuten ein 4:9.
Auf das gewohnt sichere Kreisanspiel des HSV hatte sich unsere Abwehr eigentlich gut eingestellt und viele dieser Situationen konnten sauber verteidigt werden. Dafür entwickelte Magdeburg aus dem Rückraum enorme Gefahr. Die Würfe kamen teilweise mit großer Geschwindigkeit und aus guten Positionen auf unser Tor. Lisa erwischte dadurch einen ausgesprochen undankbaren Nachmittag. Immer wieder stand sie nahezu frei werfenden Magdeburgerinnen gegenüber und wurde von ihrer Abwehr in diesen Situationen zu häufig allein gelassen. Erschwerend kam hinzu, dass unsere zweite Torhüterin am Morgen krankheitsbedingt ausgefallen war.
Das größere Problem lag in dieser Phase allerdings im eigenen Angriff. Es fehlte an Tiefe, die Aktionen wurden teilweise zu unsauber vorbereitet und zu viele Abschlüsse fanden nicht den Weg ins Tor. Vielleicht war auch etwas zu viel Respekt vor dem Gegner dabei. Magdeburg nutzte diese Unsicherheiten konsequent. Beim Stand von 5:10 nahm unser Trainerteam die erste Auszeit, doch der Lauf der Gäste ließ sich zunächst nicht stoppen.
Über 6:10 setzte sich der HSV weiter ab. In den folgenden Minuten gelang unserer SG kein Treffer, während Magdeburg konsequent nachlegte und den Vorsprung bis auf 6:15 ausbaute.
Eine Spielerin ließ sich davon besonders wenig beeindrucken. Naimi suchte immer wieder entschlossen den Weg in die Lücken, nahm auch die körperlich schmerzhaften Zweikämpfe an und sorgte mit sehenswerten Aktionen für wichtige Treffer. Sie war an diesem Nachmittag die Spielerin, die Magdeburg am schwersten in den Griff bekam. In den letzten Minuten vor der Pause gelangen unserer SG noch einige Treffer. Naimi traf zum 7:15 und 8:16, Venezia setzte kurz vor der Sirene den Treffer zum 9:17-Halbzeitstand. Der Rückstand war damit deutlich – und vor allem die Art und Weise, wie er entstanden war, konnte das Trainerteam nicht zufriedenstellen.
Klare Worte in der Halbzeit
Zu wenig Tiefe im Angriff, zu viele einfache Fehler und zu wenig Aggressivität in der Abwehr. Die Mannschaft sollte den ersten Durchgang abhaken, wieder mutiger werden, die Zweikämpfe annehmen und dem HSV in den zweiten 25 Minuten ein anderes Gesicht zeigen.
2. Halbzeit – Rückstand wächst zunächst, dann zeigt die Mannschaft ihr anderes Gesicht
Unmittelbar nach Wiederanpfiff gelang es zunächst noch nicht, den Lauf der Gäste zu stoppen. Magdeburg erhöhte auf 9:18, ehe Venezia per Siebenmeter auf 10:18 verkürzte. Naimi traf wenig später zum 11:19, doch der HSV blieb konsequent und nutzte weitere Fehler unserer SG.
Über 11:20 und 11:22 wuchs der Rückstand weiter an. Nach gut 31 Minuten stand schließlich ein 12:24 auf der Anzeigetafel. Zwölf Tore Rückstand – in dieser Situation hätte die Partie endgültig kippen können. Doch genau das passierte nicht.
Unsere Mannschaft gab sich nicht auf, die Köpfe blieben oben und plötzlich war deutlich mehr Mut im Spiel. Nelly traf zum 13:24, Lotti zum 14:24 und Naimi zum 15:24. Zwar konnte Magdeburg den Vorsprung zunächst halten, doch die Körpersprache unserer SG hatte sich spürbar verändert. Hinten wurde wieder härter gearbeitet, vorne mit deutlich mehr Überzeugung Richtung Tor gespielt. Marleen traf zum 16:25. Anschließend waren es Lilly und Luisa, die den Rückstand weiter verkürzten. Lilly stellte auf 17:26, Luisa legte unmittelbar danach zum 18:26 nach. Magdeburg reagierte mit einer Auszeit, doch auch danach blieb unsere Mannschaft dran. Luisa traf erneut zum 19:26 und Lotti verkürzte in der 46. Minute sogar auf 20:26. Aus einem zwischenzeitlichen Zwölf-Tore-Rückstand waren damit nur noch sechs Treffer geworden.
Der HSV fing sich anschließend wieder und verhinderte, dass die Partie tatsächlich noch einmal enger wurde. Trotzdem ließ unsere SG nicht nach. Lilly traf zum 21:28, Lene zum 22:29 und Naimi setzte wenige Sekunden vor dem Ende mit ihrem achten Treffer den Schlusspunkt zum 23:31. Damit endete die zweite Halbzeit tatsächlich 14:14. Nach dem schwierigen ersten Durchgang gelang es unserer Mannschaft also, die zweiten 25 Minuten gegen einen Gegner dieser Qualität vollkommen ausgeglichen zu gestalten.
Keine hängenden Köpfe – starke Reaktion nach deutlichem Rückstand
Natürlich war unmittelbar nach dem Spiel niemand mit dem Ergebnis zufrieden. Gerade die erste Halbzeit hatte gezeigt, wie schnell man gegen eine Mannschaft wie Magdeburg ins Hintertreffen geraten kann, wenn offensiv die Tiefe fehlt und Fehler nicht konsequent vermieden werden.
Trotzdem überwog beim Trainerteam nach dem Schlusspfiff auch ein anderer Eindruck. Nach der deutlichen Kritik in der Halbzeit hätte die Mannschaft bei einem zwischenzeitlichen Rückstand von zwölf Toren auseinanderbrechen können. Stattdessen passierte das Gegenteil.
Keine hängenden Köpfe, kein Aufgeben. Die Mannschaft kämpfte weiter, wurde mutiger und bot dem HSV in der zweiten Hälfte vollständig Paroli. Genau dafür gab es nach dem Spiel auch das entsprechende Lob. Denn gerade an solchen Tagen zeigt sich, wie eine Mannschaft mit schwierigen Situationen umgeht. Naimi ging dabei mit acht Treffern voran und übernahm immer wieder Verantwortung. Doch auch dahinter wurde die Last in der zweiten Halbzeit breiter verteilt. Lotta traf insgesamt viermal, Venezia dreimal, Luisa, Lotti und Lilly jeweils zweimal sowie Marleen und Nelly je einmal.
Die richtige Lehre für Zwickau
Die ersten beiden Spieltage haben bereits gezeigt, wie ausgeglichen diese Regionalliga gerade hinter der Spitze besetzt ist. Ein schlechter Abschnitt kann reichen, um gegen nahezu jeden Gegner entscheidend ins Hintertreffen zu geraten. Umgekehrt hat unsere Mannschaft in Großröhrsdorf und nun auch gegen Magdeburg bewiesen, dass sie mit Kampf, einer stabilen Defensive und konsequentem Spiel nach vorne auch schwierige Phasen bestehen kann.
Genau deshalb muss aus diesem Spiel vor allem die zweite Halbzeit mitgenommen werden. Beim nächsten Auswärtsspiel in Zwickau darf es nicht erst 25 Minuten dauern, bis diese Intensität erreicht wird. Von Beginn an braucht es vollen Einsatz, Härte und Konsequenz in der Verteidigung, einen funktionierenden Torhüter-Abwehr-Verbund und im Angriff den unbedingten Willen, mit Tiefe zum Tor zu gehen.
Nächste Aufgabe
Auswärtsspiel in Zwickau
Die Marschroute ist klar: So, wie die Mannschaft gegen Magdeburg aufgehört hat, muss sie in Zwickau anfangen. Vom ersten Ball an mit voller Konzentration, Einsatz und dem Mut, konsequent den Weg zum Tor zu suchen.
Sonntag – 27.September 2026 – 14 Uhr – Sporthalle Neuplanitz
Statistik
| Nr. | Name | Tore | 7 m |
|---|---|---|---|
| 1 | Kothe, Lisa (Tor) | – | – |
| 3 | Schilhan, Lotta | 2 | – |
| 4 | Sigl, Nele | 0 | – |
| 7 | Zechel, Luisa | 2 | – |
| 8 | Moosche, Lotta | 4 | – |
| 9 | Moosche, Lene | 0 | – |
| 10 | Lorenz, Marleen | 1 | – |
| 11 | Bühnemann, Hanna | 0 | – |
| 13 | Groh, Venezia | 3 | 2/2 |
| 14 | Nestler, Nele | 0 | – |
| 17 | Fischer, Lilly | 2 | – |
| 25 | Putzker, Naimi | 8 | – |
| 33 | Metzner, Nelly | 1 | – |
| 35 | Kehrer, Mathilde | 0 | – |
Galerie








































